[Artikel] Wie viel ist eine Kurzgeschichte wert?

Deutschland ist kein gutes Land zur Veröffentlichung phantastischer Kurzgeschichten. Das ist vielleicht schon bei dem Aufzählen der undotierten Preise für Kurzgeschichten aufgefallen. Eine virtuelle Auszeichnung erfreut natürlich ebenfalls das Autorenherz und alleine schon während des Abstimmungsprozesses wird dafür gesorgt, dass neue Leser auf die Geschichten aufmerksam gemacht werden. Einige der Preise sind auch wirklich schöne kleine Trophäen für das Kaminsims oder die Vitrine, doch in der Regel muss die öffentliche Belobigung ausreichen. Und obwohl ich bei der ersten Seraphverleihung dabei sein konnte und auch diese ganzen virtuellen Preise liebe, die ohne das Engagement vieler Freiwilliger nicht möglich wären (wenn ihr Zeit habt: sprecht die Veranstalter an, irgendeines dieser Team wird zusätzliche Hilfe gebrauchen können), ist es bitter, in den englischsprachigen Raum zu schauen.
Dort gibt es nicht nur eine Fülle dotierter Preise, sondern auch viele Magazine, die regulär für die Veröffentlichung von Texten bezahlen. In Deutschland fällt mir nur ein Magazin ein, das auch erst ab dem kommenden Jahr erscheinen wird. Deutsche Kurzgeschichtenautoren haben viele Gründe, zu schreiben, aber Geld gehört da garantiert nicht zu. Weiterlesen

[Interview] Juliane Seidel, Herausgeberin queerer Charity-Anthologien, Autorin & Bloggerin

Juliane Seidel wurde 1983 in Suhl/Thüringen geboren und lebt seit mehreren Jahren in Wiesbaden. Neben ihrer Arbeit als Teamassistentin steckt sie viel Zeit und Herzblut in den queeren Rezensionsblog „Like a Dream“, organisiert Messen und Veranstaltungen (u.a. das queere Lesefestival „QUEER gelesen“) und schreibt seit knapp zehn Jahren fantastische Kinder- und Jugendbücher. Unterdessen hat sie neben den ersten Bänden der Kinderbuchreihe „Assjah“ und der im Selfpublishing erschienenen Trilogie “Nachtschatten” auch erste Veröffentlichungen im queeren Bereich vorzuweisen.

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[KGFestival] Literaturpreise für Kurzgeschichten

Obwohl keine Kurzgeschichten ausgezeichnet werden, möchte ich auf den Seraph Literaturpreis aufmerksam machen. Ich hatte das Glück, bei der ersten Verleihung als Zuschauer dabei zu sein. Inzwischen wird der Jurypreis jährlich auf der Leipziger Buchmesse verliehen, zeichnet auch Selfpublisher aus und ist aus der Phantastik nicht wegzudenken.

Zu den Kurzgeschichtenpreisen gibt es vor allem eines zu sagen: viele von ihnen können immer eine helfende Hand gebrauchen. Wenn ihr Interesse habt, sucht euch einen aus, schreibt die Veranstalter einfach an und fragt, ob ihr sie unterstützen könnt.  Weiterlesen

[Rezension] „Grabraub“ von P.N. Elrod (Happy Bissday, Charlaine Harris)

Mehr als ein Dutzend Bücher habe ich gekauft, nachdem ich eine Kurzgeschichte des Autors gelesen habe. Eigentlich glaube ich, es waren zwei Dutzend (das sollte ich mal nachzählen), darunter waren auch viele Reihen.
Ganz klar der Favorit in dieser Kategorie ist die Anthologie „Happy Bissday“, Herausgeber Charlaine Harris & Toni L.P. Kelner, erschienen 2008 (in der englischen Originalversion 2007). Sie haben amerikanische Autoren angesprochen, eine Kurzgeschichte zu verfassen, in der sowohl Vampire als auch das Geburtstagsthema auftauchen.

Und da ich Vampirgeschichten mag, aber nur eine bestimmte Sorte (sexy oder glitzernde Vampire sind nicht so gefragt), kam das genau richtig.

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[Rezension] „Der Feind auf meiner Couch“ – ein Badewannenbuch

Der Verlag „Edition Wannenbuch“ macht eine ganz besondere Art von Büchern: wasserfeste Minibücher für die Badewanne! Auf sechs quadratischen Seiten tauchen wir in eine Geschichte ein – aufgrund der Länge natürlich eine Kurzgeschichte.
Als ich den Verlag das erste Mal entdeckte (auf einer Buch Berlin müsste das gewesen sein), konnte ich mich nicht einkriegen vor Begeisterung. Denn ich liebe Kurzgeschichten – wie bei so einer Blogtour nicht erstaunlich – und ich liebe Baden.

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[KGFestival] Die Meisterschaft des ersten Satzes

Vor ungefähr zehn Jahren habe ich mit meiner ersten Autorengruppe monatliche Kurzgeschichtenduelle veranstaltet. Es wurden zwei Schreiber gelost, die erst danach ihr Thema erfahren haben, wie z.B. „Das Blut der Erde“, „Im Schatten der Messingsense“, „Das Geheimnis des Marmorgartens“, „Die weißen Federn der Hölle“… Eine Woche lang hatten sie Zeit, eine Geschichte zu schreiben – das führte häufig dazu, dass die Geschichte an einem einzigen Abend, maximal zwei, entstand.

Ungeachtet der kurzen Entstehungszeit wurden die Geschichten danach von den Kritikern aufs Ausführlichste auseinander genommen. In diesen Duellen habe ich sehr viel über das Schreiben gelernt.

Einer unserer Freunde hat immer die „Meisterschaft des ersten Satzes“ und die „Meisterschaft des letzten Satzes“ beurteilt. Weiterlesen

[Gastartikel] „Held, sieh zu, wie du klar kommst.“ (Thomas Williams)

Eine Blogreihe zum Thema Kurzgeschichten darf nicht ohne den Horror-Kurzgeschichtenautor Thomas Williams stattfinden. Gefühlt überall dabei, veröffentlicht viel, wird von Herausgebern für Kurzgeschichten angefragt (die Königsklasse der Kurzgeschichtenautoren!)… wie kam es dazu? Wie plottet er? Hat er Tipps für angehende Kurzgeschichtenautoren?
Zum Glück hat er sofort positiv auf meine Anfrage geantwortet. Fremde Menschen ansprechen, und gerade wenn sie bekannt sind… das kann ich nicht gut.
Damit übergebe ich das Wort an Thomas Williams (Spoiler: er plottet nicht. Gar nicht! Wie schafft man dann soviel?!)

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Als Meara mich anschrieb, ob ich vielleicht etwas zu ihrem Kurzgeschichtenfestival beitragen möchte, ging mir das gleiche durch den Kopf, wie sonst auch, wenn jemand möchte, dass ich etwas für sie oder ihn schreibe: „Sicher, dass du den richtigen hast?“
Und jetzt sitze ich hier und versuche mich euch vorzustellen, damit ihr wisst, wer ich bin und warum ich euch etwas zu meiner Arbeit als Autor erzählen darf.
Gar nicht so einfach, denn nichts fällt mir schwerer, als über mich selber zu schreiben. Meine Kurzbiografien in Anthologien, sind nicht einfach nur kurz, sondern geradezu mikroskopisch klein. Oh, das ist eine tolle Überleitung. Weiterlesen

[Rezension] „Du aus dem Schatten der Kaktusblüte“ von Sabrina Železný (Die Damen der Geschichte)

erschienen in „Die Damen der Geschichte. Dark Fantasy-Geschichten mit historischem Hintergrund“, Art Skript Phantastik Verlag 2014.

Vor meinen Augen sacken Monteczumas Schultern nach vorne. Wieder ist etwas in ihm zerbrochen. Der Adler, das weiß ich plötzlich, wird nie wieder fliegen.

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Anthologien – wie findet man Ausschreibungen und was ist zu beachten?

Offene Anthologieausschreibungen, bei denen grundsätzliche jeder einen Text einreichen darf, kann man auf unterschiedliche Arten finden.
Vielleicht wird einem ein solche Information auf einem der sozialen Netzwerke in die Timeline gespült, weil Verleger, Herausgeber, Autoren, Blogger und Fans des Verlages den Beitrag fleißig teilen.
Doch auch wenn man irgendwie niemanden kennt, der einem solche Informationen zuträgt, ist es dank Internet kein Problem mehr, diese Informationen zu bekommen.

Empfehlenswert ist es, gerade für Phantastik-Autoren, als Erstes in einschlägigen Foren zu schauen, zum Beispiel im Tintenzirkel, bei den Geschichtenwebern, im Deutschen Schriftstellerforum (DSFO) oder in der Schreibnacht.
Ausschreibungen, die hier gepostet werden, dienen erst einmal nur der Information und stellen keine Empfehlung für den Verlag dar – häufig sind die Mitglieder selbst über diese Ausschreibungen gestolpert und teilen sie einfach mit anderen Interessierten. Das entbindet einen Autor nicht von der Pflicht, sich selbst genau über die Ausschreibung und den Verlag zu informieren. Weiterlesen

[Kurzgeschichte] Der arme kleine Goblin

Phantastik und insbesondere Fantasy werden häufig mit Eskapismus verbunden. Dabei ist die Wahl dieses Setting oft ein Weg, um ganz aktuelle Probleme oder Ängste zu verarbeiten. Auch Tolkien hat im Herrn der Ringe seine Kriegserfahrungen verarbeitet (mehr Infos in „Gewalt, Konflikt und Krieg bei Tolkien. Hither Shore 6“ oder „Tolkien und der Erste Weltkrieg“ von John Garth). 

Aus aktuellem Anlaß gibt es heute bei meiner Blogparade eine Kurzgeschichte.

Triggerwarnung für: Rassismus, Gewalt, Blut. Weiterlesen