[KGFestival] Rezension „Roter Schnee“, Stefanie Bender (Krieger, Verlag Torsten Low)

ROTER SCHNEE, Stefanie Bender, „Krieger“, Verlag Torsten Low

Durch die weiße Hölle kämpfen sie sich Richtung Westen vor. Versuchen, in ihre Heimat zurück zu kehren. Und fürchten, sie niemals wieder zu sehen.

Zuerst dachte ich, es wäre vielleicht eine historische Geschichte. Es hätte perfekt zu Napoleons Winterkrieg gepasst. Aber da habe ich mich getäuscht, es sind phantastische Wesen beteiligt. Weiterlesen

[KGFestival] Rezension „Heimkehr“, Fabian Dombrowski (Kein Weltuntergang, ohneohren)

HEIMKEHR, Fabian Dombrowski, „Kein Weltuntergang“, Verlag OhneOhren

Ein aus dem Krieg heimkehrender Soldat stellt zu seinem Erschrecken fest, dass auf seinem Heimweg viele Lebensjahre verloren gingen. Losgelöst aus der Zeit, scheinen Jahre in seinem Heimatdorf vergangen. Was ist passiert? Weiterlesen

[Artikel] Wie viel ist eine Kurzgeschichte wert?

Deutschland ist kein gutes Land zur Veröffentlichung phantastischer Kurzgeschichten. Das ist vielleicht schon bei dem Aufzählen der undotierten Preise für Kurzgeschichten aufgefallen. Eine virtuelle Auszeichnung erfreut natürlich ebenfalls das Autorenherz und alleine schon während des Abstimmungsprozesses wird dafür gesorgt, dass neue Leser auf die Geschichten aufmerksam gemacht werden. Einige der Preise sind auch wirklich schöne kleine Trophäen für das Kaminsims oder die Vitrine, doch in der Regel muss die öffentliche Belobigung ausreichen. Und obwohl ich bei der ersten Seraphverleihung dabei sein konnte und auch diese ganzen virtuellen Preise liebe, die ohne das Engagement vieler Freiwilliger nicht möglich wären (wenn ihr Zeit habt: sprecht die Veranstalter an, irgendeines dieser Team wird zusätzliche Hilfe gebrauchen können), ist es bitter, in den englischsprachigen Raum zu schauen.
Dort gibt es nicht nur eine Fülle dotierter Preise, sondern auch viele Magazine, die regulär für die Veröffentlichung von Texten bezahlen. In Deutschland fällt mir nur ein Magazin ein, das auch erst ab dem kommenden Jahr erscheinen wird. Deutsche Kurzgeschichtenautoren haben viele Gründe, zu schreiben, aber Geld gehört da garantiert nicht zu. Weiterlesen

[Interview] Juliane Seidel, Herausgeberin queerer Charity-Anthologien, Autorin & Bloggerin

Juliane Seidel wurde 1983 in Suhl/Thüringen geboren und lebt seit mehreren Jahren in Wiesbaden. Neben ihrer Arbeit als Teamassistentin steckt sie viel Zeit und Herzblut in den queeren Rezensionsblog „Like a Dream“, organisiert Messen und Veranstaltungen (u.a. das queere Lesefestival „QUEER gelesen“) und schreibt seit knapp zehn Jahren fantastische Kinder- und Jugendbücher. Unterdessen hat sie neben den ersten Bänden der Kinderbuchreihe „Assjah“ und der im Selfpublishing erschienenen Trilogie “Nachtschatten” auch erste Veröffentlichungen im queeren Bereich vorzuweisen.

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[KGFestival] Literaturpreise für Kurzgeschichten

Obwohl keine Kurzgeschichten ausgezeichnet werden, möchte ich auf den Seraph Literaturpreis aufmerksam machen. Ich hatte das Glück, bei der ersten Verleihung als Zuschauer dabei zu sein. Inzwischen wird der Jurypreis jährlich auf der Leipziger Buchmesse verliehen, zeichnet auch Selfpublisher aus und ist aus der Phantastik nicht wegzudenken.

Zu den Kurzgeschichtenpreisen gibt es vor allem eines zu sagen: viele von ihnen können immer eine helfende Hand gebrauchen. Wenn ihr Interesse habt, sucht euch einen aus, schreibt die Veranstalter einfach an und fragt, ob ihr sie unterstützen könnt.  Weiterlesen

[Rezension] „Grabraub“ von P.N. Elrod (Happy Bissday, Charlaine Harris)

Mehr als ein Dutzend Bücher habe ich gekauft, nachdem ich eine Kurzgeschichte des Autors gelesen habe. Eigentlich glaube ich, es waren zwei Dutzend (das sollte ich mal nachzählen), darunter waren auch viele Reihen.
Ganz klar der Favorit in dieser Kategorie ist die Anthologie „Happy Bissday“, Herausgeber Charlaine Harris & Toni L.P. Kelner, erschienen 2008 (in der englischen Originalversion 2007). Sie haben amerikanische Autoren angesprochen, eine Kurzgeschichte zu verfassen, in der sowohl Vampire als auch das Geburtstagsthema auftauchen.

Und da ich Vampirgeschichten mag, aber nur eine bestimmte Sorte (sexy oder glitzernde Vampire sind nicht so gefragt), kam das genau richtig.

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[Rezension] „Der Feind auf meiner Couch“ – ein Badewannenbuch

Der Verlag „Edition Wannenbuch“ macht eine ganz besondere Art von Büchern: wasserfeste Minibücher für die Badewanne! Auf sechs quadratischen Seiten tauchen wir in eine Geschichte ein – aufgrund der Länge natürlich eine Kurzgeschichte.
Als ich den Verlag das erste Mal entdeckte (auf einer Buch Berlin müsste das gewesen sein), konnte ich mich nicht einkriegen vor Begeisterung. Denn ich liebe Kurzgeschichten – wie bei so einer Blogtour nicht erstaunlich – und ich liebe Baden.

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[Interview] Markus Heitkamp, Autor & Herausgeber

Kurzbio:
Markus Heitkamp, Jahrgang 1969, wuchs in Datteln am Rande des Ruhrgebietes auf. Das Lesen und Schreiben wurde sein steter Wegbegleiter, nachdem er im Alter von sechs Jahren „Der kleine Hobbit“ gelesen hat. Mit seinem schriftstellerischen Schaffen trat er im Jahr 2012 erstmals ins Licht der Öffentlichkeit und ist seitdem eine feste Größe in der Phantastik. Markus Heitkamp ist auf vielen großen und kleinen Buchmessen anzutreffen, oft in der Nähe seines Hausverlages Verlag Torsten Low.

Lieber Markus, vielen Dank für das Interview! Unsere Leser sind sehr neugierig, was ein Herausgeber macht und wie man sie von den Geschichten überzeugt.

1. Wie wurdest du das erste Mal Herausgeber bei einer Anthologie? Und bei welchen hast du seitdem als Herausgeber mitgewirkt?
Das erste Mal Herausgeber wurde ich, als Wolfgang Schroeder einen Mitherausgeber suchte. Das waren die Phantastischen Sportler. Ich hatte schon häufiger im Hintergrund als Ideengeber für Anthologien fungiert, aber die Anfrage von Wolfgang war die erste. Mittlerweile bin ich allerdings noch bei drei weiteren Anthologien als Herausgeber tätig, über die ich aber leider noch Stillschweigen wahren muss.

2. Was sind deine Auswahlkriterien bei Kurzgeschichten?

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[Rezension] „Eine saubere Lösung“, Alessandra Reß (Die Putze von Asgard, Machandel Verlag)

Die beiden Figuren in der gerade mal knapp 8 Seiten starke Geschichte haben mich am meisten in den Bann gezogen. Es ist auch die Geschichte mit dem kleinsten Personal: die Autorin konzentriert sich vollkommen auf die Dunkelelfe Ralyra und ihre Freundin und Putzfrau Xee.
Als Dunkelelfe nutzt Ralyra Blutmagie für ihre Zauber. So halten sich die Aufträge in Grenzen, denn man muss wirklich einen großen Wunsch haben, um den Tod eines Menschen dafür in Kauf zu nehmen. Xee dient eher als Ralyras Gesellschafterin und wird nur alle paar Wochen richtig gefordert…
… dann aber bis an den Anschlag ihrer Fähigkeiten und vor allem ihrer Geduld, denn Ralyra schreckt vor dem Blutopfer zurück. Es braucht viel Überzeugungsarbeit und Cheerleading von ihrer Reinigungskraft, damit die Dunkelelfe ihre Arbeit erledigt. Und bis sie das endlich geschafft hat, hat sich Xees Putzpensum vervielfacht.
Aus diesem Grund versucht Xee eine Lösung für ihre Freundin und Arbeitgeberin zu finden, aber ob das so eine gute Idee ist?

Diese Geschichte bietet wie alle Stories in der Anthologie eine äußerst kreative Umsetzung des Themas „phantastische Putzfrau“. Die Einfälle und Twists kann man einfach nicht vorhersehen.

Die Wahl der Kurzgeschichte ist mir sehr schwer gefallen, aber ich habe dann beschlossen, die Antzhologie anhand von Alessandras Geschichte vorzustellen… das Cheerleading für eine Dunkelelfe war einfach unschlagbar!

[KGFestival] Die Meisterschaft des ersten Satzes

Vor ungefähr zehn Jahren habe ich mit meiner ersten Autorengruppe monatliche Kurzgeschichtenduelle veranstaltet. Es wurden zwei Schreiber gelost, die erst danach ihr Thema erfahren haben, wie z.B. „Das Blut der Erde“, „Im Schatten der Messingsense“, „Das Geheimnis des Marmorgartens“, „Die weißen Federn der Hölle“… Eine Woche lang hatten sie Zeit, eine Geschichte zu schreiben – das führte häufig dazu, dass die Geschichte an einem einzigen Abend, maximal zwei, entstand.

Ungeachtet der kurzen Entstehungszeit wurden die Geschichten danach von den Kritikern aufs Ausführlichste auseinander genommen. In diesen Duellen habe ich sehr viel über das Schreiben gelernt.

Einer unserer Freunde hat immer die „Meisterschaft des ersten Satzes“ und die „Meisterschaft des letzten Satzes“ beurteilt. Weiterlesen